Computer - Linux

Inhalt:
Linux auf dem Raspi
Linux, seit 10 Jahren
Ab hier chronologisch aufsteigend
Linux, die erste
Linux, ich arbeite damit
Linux, jetzt effizient!
Gestalten!
Digitalfotos nach Themen numerieren
Faxdateien konvertieren
PDF-Dateien konvertieren
Digitalfotos nach Aufnahmezeit benennen
Kernel bauen

Linux auf dem Raspi
07.03.2017

Kaum zu glauben, wie schnell sich die Welt verändert. Mittlerweile nutzt die ganze Welt ja irgendwelche Maschinen mit Linux drin - ohne dass man denen das ansieht.
Auch in unseren IT-Raum hat sich - neben dem Router - ein weiteres Linuxgerät gesellt.

Ein lieber Freund hat mir quasi als Spielzeug einen Raspberry geschenkt. Natürlich war die erste Maßnahme, ein Raspbian - also ein Raspberry-Debian drauf zu spielen. Und dann wurde natürlich ein bißchen gespielt:

Der Raspi, erweitert um eine "defekte" 2,5 Zoll-Festplatte aus Juttas altem Laptop beherbergt nun unsere Owncloud-Installation, auf der der Familenterminkalender und die Kontakte gepflegt werden. Außerdem liefert der Webserver auch noch die Rezeptsammlung für die Küche aus. Und damit ihm nicht langweilig wird, kann er bedarfsweise Musik - oder auch Videos - ins ganze Haus streamen.

Doch damit nicht genug. Da wir hier keine performante DSL-Anbindung haben - 3 MBit/s müssen genügen - haben wir aus beruflichen Gründen noch eine schnelle Eutelsat-KA-Sat-Anbindung. Die nutzen wir für voluminöse Up- und Downloads während der Arbeitszeiten. Leider hat diese Verbindung erstens den Nachteil, dass das Volumen begrenzt ist, und zweitens, dass die Reaktionszeiten quälend lange sind (rtt ∼ 900 ms) . Also hängen die PCs am DSLer und wenn ein größerer Up- bzw. Download ansteht, kümmert sich der Raspi über die Sat-Strecke darum - und wir können entspannt über DSL weiterarbeiten.

Und der Knaller ist, dass das Gerät bei all dem dabei nur 5 Watt unter Last verbraucht! Und das bei Kosten von unter 50,- €!

Linux, seit 10 Jahren
04.10.12

Seit nunmehr 10 Jahren betreibe ich nun zu Hause Linux-Systeme. Zunächst nur für den privaten Bedarf, aber seit 8 Jahren auch als Produktivsysteme für meine Herzallerliebste.

Anfänglich waren es nur ein bißchen Textverarbeitung, Kalkulation und Bildbearbeitung. Nach und nach aber kam immer mehr hinzu: Grafikerstellung, Webentwicklung, Webserver, Mailserver, Desktop-Publishing, Audiobearbeitung und Videoschnitt. Beim Videoschnitt bin ich allerdings zu Windows zurückgekehrt, denn die Linuxprogramme sind nicht performant genug für den produktiven Einsatz. Für alles andere - außer dem Steuerprogramm der akademischen Arbeitsgemeinschaft - nutzen wir mittlerweile Debian-GNU-Linux.

Nun steht auch ein ausgemusterter PC im Wohnzimmer und dient als Jukebox - oder als Urlaubsbildbetrachter. Die eine oder andere schwere Stunde mit der Installation von proprietären Nvidia-Treibern will ich nicht verschweigen, aber insgesamt kann ich Debian auch als Desktop-System uneingeschränkt weiterempfehlen. Einen Datenverlust aufgrund von Abstürzen, Virusbefall oder ähnlichem haben wir während der vergangenen 10 Jahre nicht gehabt - trotzdem mache ich natürlich wöchentlich Backups ;-)

Ab hier chronologisch aufsteigend
Linux, ein freies Betriebssystem

In diesem Bereich schildere ich einige Erfahrungen und gebe ein paar Einsteiger-Tips zu Linux. Da ich selbst ein Linux-Amateur bin, richten sich diese Zeilen an Linux-Einsteiger. Ich lerne zwar jeden Tag dazu, aber wie sagte schon Goethe: "Doch vor einem ist mir bang: Die Zeit ist kurz - die Kunst ist lang"

Wie so oft ist es auch beim Umgang mit dem Computer wichtig, von anderen zu lernen und das erlernte selber anzuwenden und weiterzuentwickeln. Die Open-Source-Gemeinde lebt von der Überzeugung, daß die freiwillige und ergebnisorientierte Weiterentwicklung letztlich gute Werzeuge schafft und das Leben produktiver und angenehmer macht.

Ich jedenfalls habe diese Erfahrung bereits gemacht und möchte nun selbst dazu beitragen, daß anderen der Umgang mit dem Computer leichter fällt. Aber langsam, wir fangen vorne an:

Linux, die erste . . .

Im Herbst 2002: Nach langem Überlegen haben wir eine folgenschwere Entscheidung getroffen:

Schnelle Mac-Hardware ist auf Dauer zu teuer und für Windows kann ich mich beim besten Willen nicht erwärmen. Die PC-Hardware ist bei relativ hoher Rechenleistung relativ preiswert - es muß eben nur ein gescheites Betriebssystem her. Also Linux, denn mittlerweile ist das System wohl so ausgereift, daß es auch als Enduser-Betriebssystem beherrschbar ist.

Ein alter Wintel Rechner mußte als Test herhalten: 200MHz Pentium mit 32MB Speicher brachten die Mandrake 8.2 Distribution nicht in Verlegenheit. Also gute Vorzeichen für den Kauf eines aktuellen Rechners. Nun werkelt ein Athlon XP (wenn schon weg vom Marktführer, dann auch bei der Hardware) mit 1500MHz und 512MB Speicher hier an der Mandrake Distri. Nach einigen Tagen "Warmwerdens" beginne ich, mich an der Kiste wohlzufühlen. Na klar, alles ist anders. Die Philosophie von Mac und Linux sind natürlich völlig unterschiedlich. Fast alle Programmme anders, ändern am System nur gegen den Widerstand einer Passwortabfrage für den "Superuser". Die Installation von Plugins für den Browser über cp /dev/....... /dev/... usw. ist auch noch nicht wirklich benutzerfreundlich.

Aber die andere Seite der Medallie: das System bevormundet einen nicht. Keine "Besserwisserei" von irgendwelchen Schaltkreisen und Software-Routinen. Die Kiste macht das - und genau und nur das, was man ihr sagt. Und das affenartig rasend schnell!

Kurze Zusammenfassung: Nach 4 Tagen stolzen Besitzes kann ich Dias scannen, drucken, im Web surfen, Mac-CDs lesen, CDs brennen, Bilder bearbeiten, Texte schreiben, Excel-Sheets einlesen und weiterbearbeiten - und den Palm und die Soundausgabe bekomm' ich auch noch an's laufen ;-).

Linux, ich arbeite damit

Im Spätherbst 2002:
Wer sagt hier noch, daß man auf Linux nur mit der Console gescheit arbeiten kann - ist dieser grafische Desktop schlechter als Windows oder Mac?

Diese Zeilen sind bereits auf dem Linux-Rechner entstanden. Die Daten sind vom Mac rübergeholt, und nun läuft 99% der Zeit die Linux-Kiste. Den Mac brauch ich nur noch, wenn ich mal eine Claris-Datei konvertieren will - denn noch hab' ich kein passendes Linux-Tool dazu gefunden. Auch einen HTML-unterstützenden Editor hab' ich schon gefunden, mit Syntax-highlighting und diversen Helferlein.

Nun kommt das Feintuning an die Reihe: also Real-Player, Sound-Ein-/Ausgabe usw. und effizient mit dem System arbeiten lernen. Jutta hatte ich zwar gebeten, noch keine "Wirkdaten" auf der Kiste zu bearbeiten, aber sie kommt so prima damit zurecht, daß Sie den Mac fast nicht mehr anmacht und ihren Kram schon auf der Linux-Kiste macht: normative Kraft des Faktischen nennt man sowas wohl.

Zweites Fazit:
Es ist zwar am Anfang etwas schwierig, aber durchaus zu machen - man muß nur den Mut haben, in's kalte Wasser zu springen und selbstständig mit Schwimmbewegungen zu beginnen ;-)

Linux, jetzt effizient!

So Herrschaften, ich kann nun sagen, daß ich das System grob beherrsche. Nachdem nun knapp 5 Monate Linux-Erfahrung ins Land gegangen sind, hab' ich die Kisten soweit im Griff, daß sie ziemlich genau das machen, was ich erwarte.

Nach der Experimentierphase von 4 Monaten hab' ich die Daten gesichert und die Rechner nochmal neu aufgebaut. Die neue 9.0 Distribution von Mandrake war der Anlaß, noch mal von vorne anzufangen, und alle meine Miß-Konfigurationen auf meiner Kiste (an Jutta's hatte ich ja nicht rumgebastelt) zu überspielen.

Das hat sich gelohnt, denn die Aufteilung der Partionen ist nun besser, die selbst übersetzten und installieren Programme und die für den Zugriff freigegebenen Bereiche liegen jetzt dort, wo sie hingehören. Jetzt laufen die zwei Rechner von Jutta und mir mit quasi identischer Konfiguration, wir machen ein Kreuz-Backup der Daten und können auch komfortabel auf des anderen Daten zugreifen. Open-Office, GIMP, Quanta und Samba kenne ich nun so gut, daß ich damit zügig vorankomme. Auch die Tintenstandsanzeige von unseren Epson-Druckern funktionert ordentlich :-)). Die Kommandozeile wird für das tägliche arbeiten praktisch nicht benötigt, allerdings hat es sich gezeigt, daß bisweilen der Einsatz der Konsole erheblich zeitsparender ist, als mit der Maus in der Gegend rumzuklicken.

Fazit: wenn man mal 'ne Weile geschwommen ist, ist das Wasser herrlich warm und ich möchte die Transparenz und Souveränität mit der Linux ans Werke geht nicht mehr missen.!

Der i-Mac ist übrigens mittlerweile verkauft - hat jemand Interesse an dem PM6500?

Nachtrag: der PM6500 ist mittlerweile auch verkauft.

2003-01-26

Gestalten!

Nun hat sich einiges getan: Seit anderthalb Jahren arbeiten Jutta und ich mit den Linux-Rechnern und seit 3 Wochen läuft die Feuerprobe:

Jutta hat sich selbstständig gemacht und der Linux-Rechner läuft als Produktivsystem in der Zusammenarbeit mit Marketing-Abteilungen, Druckereien und als internes Buchhaltungssystem.

Mein Anspruch an die Arbeitsumgebung ist natürlich so hoch, daß ich Jutta vermitteln will, daß die Kombination AMD-Dose mit Linux so gut ist, wie eine Wintel-Kiste oder ein Mac - mindestens was das Preis/Leistungsverhältnis angeht - aber auch was das Arbeiten damit betrifft. So komme ich nicht umhin, den Komfort, den viele Windows- und Mac-Anwendungen "klick und drop-gesteuert" bieten, durch clevere Skripte nachzuempfinden.

Das was ich dabei entwickelt habe, ist sicher nichts weltbewegenes, aber es hilft vielleicht dem einen oder anderen - deshalb veröffentliche ich diese Skripte zur freien (und zwar ausschließlich freien!) Verwendung.

Diese Quelltexte dürfen nicht benutzt werden, um damit in irgendeiner Art und Weise Geld zu verdienen!

Aber vorab für die Einsteiger: wie mache ich ein Skript lauffähig? Ganz einfach:

  1. den Text mit der Maus aus dem Browserfenster kopieren
  2. den Text in eine Textdatei einfügen (ich bevorzuge hierfür den Editor "Kate")
  3. die Datei speichern als z.B. "numeriere.sh" im Verzeichnis "/home/meinName/bin"
  4. dann die Datei als "ausführbar" kennzeichnen (bei KDE unter Eigenschaft/Berechtigung)
  5. jetzt noch das Verzeichnis "/home/meinName/bin" als Kommando-Verzeichnis bekannt machen:
    in der Datei "/home/meinname/.bash_profile" das folgende eingeben
            PATH=$PATH:$HOME/bin
            export PATH
    		
    damit sucht die Kommandoumgebung (shell) auch an der richtigen Stelle!
Die Skripte sind entweder nur im Terminal-Modus ausführbar oder auch als "öffenen mit" in KDE konfigurierbar.

Tips und Hilfen findet Ihr im Linux-Wiki, dort kann auch jeder, der etwas weiß, sein Wissen anderen zur Verfügung stellen.

Digitalfotos nach Themen numerieren

Eine typische Herausforderung, die Besitzer von Digitalkameras haben: einige Bilder thematisch numerieren - das übernimmt das folgende Skript. Das Skript wird im Terminal in dem Verzeichnis aufgerufen, in dem die Bilder liegen. Also im Konqueror in dem Verzeichnis CTRL T drücken oder mittels rechter Maustaste "Terminal öffnen" und schon seid Ihr im richtigen Verzeichnis.

jetzt eingeben:

numeriere 'DSC*.JPG' 1 ' Urlaub'
und danach seht Ihr diese Dateien

     01 Urlaub.jpg
     02 Urlaub.jpg
     03 Urlaub.jpg

und hier ist das Skript - Ihr könnt es nach Lust und Laune verändern.

#!/bin/bash
#
# numeriere Dateien  (Albert Dietz 2004-02-17)
#
if [ $# -gt 0 ]; then                       # ein Muster sollte schon sein
    if [ $# -gt 1 ];then                    # mehr als ein Parameter übergeben =>
        nummer=$2;                          # wir haben einen Startwert
    else
        nummer=1;                           # nein, wir fangen bei 1 an
    fi
    quelltype=${1##*.}                      # Dateityp abtrennen
    for i in $1; do
        if  [ $nummer -lt 10 ]; then        # Einstellige Zahlen
            zielname=0$nummer;              # bekommen eine führende 0
        else
            zielname=$nummer;               # mehrstellige nicht mehr
        fi
        case "$quelltype" in
            jpg|JPG ) zieltype="jpg";;      #  wir mögen Kleinschrift
            tif|TIF ) zieltype="tif";;
            pdf|PDF ) zieltype="pdf";;      # natürlich kann man auch PDFs numerieren
            doc|DOC ) zieltype="doc";;      # und alles andere natürlich auch
            xls|XLS ) zieltype="xls";;
        esac                                # jeder andere Dateityp wird nicht
                                            # in klein umgewandelt
        quellname=$i                        # hier gehts los: das 'Opfer'
        zielname=$zielname$3"."$zieltype    # der Name wird gebaut: NummerErgänzung.Dateityp
        echo $quellname" -> "$zielname;     # wir lesen mit, was passiert
        mv "$quellname" "$zielname";        # jetzt kann umbenannt werden
                                            # "" Quoting um Leerzeichen in Datei-
                                            # und Ordnernamen zu erhalten
        nummer=$[$nummer+1];                # und eins weiter hochzählen
    done
else
echo "numeriere benennt Dateien um  (AD 2004-02-22)"
echo "Syntax: numeriere 'Maske.Muster' [Startzahl] [Name]"
echo "benennent Dateien 'Maske.Muster' in StartName.Muster bis nnName.Muster. um"
echo
echo "Beispiel numeriere 'IMG_*.jpg' 5 ' Foto' -> 05 Foto.jpg 06 Foto.jpg ... "
echo "WICHTIG: die Auswahlmaske muß in Hochkommata eingeschlossen sein!!!"
echo "WICHTIG: sollen im Namen Leerzeichen enthalten sein, "
echo "WICHTIG: dann muß auch dieser in Hochkommata eingeschlossen sein!!!"
echo "WICHTIG: wenn ein Name vergeben werden soll, ist zwingend auch
echo " eine Startzahl anzugeben"
fi

Faxdateien konvertieren

Wer ab und an Faxe auf seine Unified-Messaging-Box bekommt, der hat das Problem, daß mehrere Seiten als eine(!) TIFF-Datei vorliegen - und dann auch noch 2:1 gestaucht sind. Hier hilft das folgende Skript. Die TIF-Datei kann nun unter KDE "rechte Maustaste - Dateityp bearbeiten - Programm hinzufügen" so konfiguriert werden, daß das Skript vom Konqueror ausgeführt wird - die einzelnen PNG-Dateien landen mit dem ursprünglichen Dateinamen automatisch in dem Verzeichnis, in dem die TIF-Datei liegt.

Das Skript unterstellt, daß "convert" aus dem ImageMagick-Paket (ein sehr mächtiges Programmpaket) installiert ist.

#!/bin/bash
#
# extrahiere einzelne Blätter aus einem TIFF und skaliere richtig  (AD 2004-02-19)
#
if [ $# -eq 1 ]; then                                     # ein Dateiname sollte schon sein
    name=${1%.*}                                          # wir brauchen nicht den Dateityp
    zielname=$name"_"%02d.png
    convert -verbose -scale 100%x200% "$1" "$zielname"    # ""quoten um Leerzeichen in
                                                          # Ordnernamen zu erhalten
else
echo "faxextrakt extrahiert aus CCITT-TIFF-Dateien einzelne Faxseiten"
echo " (AD 2004-02-17)"
echo "Syntax: faxextrakt name"
echo
echo "Beispiel faxextrakt fax.tif -> fax_00.png fax_01.png ... "
fi

PDF-Dateien konvertieren

Wer PDF-Dateien nicht nur anschauen darf, sondern auch noch Bemerkungen dazu verfassen muß, der kann keinen Destiller bemühen, sondern muß sich anderer Mittel bedienen, um in die Dateien zu schreiben. Das folgende Skript konvertiert die Seiten einer PDF-Datei in das JPG-Format, das dann mit jedem Malprogram (GIMP) bearbeitet werden kann.

Das Skript unterstellt, daß "convert" installiert ist.

Wie oben kann auch hier das Skript in den "öffnen mit-Dialog" eingebunden werden.

#!/bin/bash
#
# extrahiere einzelne Blätter aus einem PDF-Dokument (AD 2004-02-21)
#
if [ $# -eq 1 ]; then                                     # ein Dateiname sollte schon sein
    name=${1%.*}                                          # wir brauchen nicht den Dateityp
    zielname=$name"_"%02d.jpg
    convert -verbose -density 200x200 "$1" "$zielname"    # ""quoten um Leerzeichen in
                                                          # Ordnernamen zu erhalten
else
echo "pdf2jpg extrahiert aus PDF-Dateien einzelne Seiten (AD 2004-02-21)"
echo "Syntax: pdf2jpg name"
echo
echo "Beispiel: pdf2jpg dokument.pdf -> dokument_00.jpg dokument_01.jpg ... "
fi

Digitalfotos nach Aufnahmezeit benennen

Nicht immer tragen die Dateien das Aufnahmedatum und bisweilen ist es lästig, die EXIF-Information per Hilfsprogramm auszulesen. Für den Fall, daß man gerne das Aufnahmedatum im Dateinamen wiederfinden möchte, hab' ich dieses Skript geschrieben.

Das Skript unterstellt, daß "identify" installiert ist und wird von der Konsole im gewünschten Bilderverzeichnis gestartet. Es wird verhindert, daß ein Dateiname zweimal vorkommt!

#!/bin/bash
#
# digifotos benennt Dateienn nach EXIF-Datum um
# AD 2004-04-25
#
if [ $# -eq 1 ]; then	             # ein Muster sollte schon sein
for i in $1; do                      # EXIF-Daten auslesen
    neuname=$(identify "$i" -format "%[EXIF:datetimeoriginal]-%f");
    echo $i" -> "$neuname
    mv "$i" "$neuname"
done
                                       # Dateien einfach numerieren
ls | awk '{printf("mv -iv \"%s\" \"%03d.jpg\"\n",$0,NR)}' | sh
for i in $1; do
    mitte=$i;
    neuname=$(identify "$i" -format "%[EXIF:datetimeoriginal] %f");
    Jahr=${neuname%%:*}; Rest=${neuname#*:};
    Monat=${Rest%%:*};   Rest=${Rest#*:};
    Tag=${Rest%% *};     Rest=${Rest#* };
    Stunde=${Rest%%:*};  Rest=${Rest#*:};
    Minute=${Rest%%:*};  Rest=${Rest#*:};
    Sekunde=${Rest%% *};
                                       # Dateinamen neu zusammensetzen
    Name=$Jahr"-"$Monat"-"$Tag" "$Stunde":"$Minute":"$Sekunde" "$i;
    echo $i" -> "$Name
    mv "$i" "$Name"
done
else
echo "digifotos benennt Dateien nach EXIF-Datum um"
echo "Syntax: digifotos name"
echo
echo 'Beispiel: digifotos "*.JPG"'
echo "DSC0001.JPG -> 2004-10-23 15:14:13 001.jpg"
echo "DSC0002.JPG -> 2004-10-23 17:20:45 002.jpg"
echo "DSC0005.JPG -> 2004-10-23 17:20:55 003.jpg"
fi

Viel Spaß und Erfolg!

Falls Ihr damit nicht zurecht kommt: kurze mail genügt (Impressum -> Feedback-Formular) und ich versuche, etwas detaillierter zu werden.

Kernel bauen - 14. Januar 2007

Nach gut 4 produktiven Jahren mit den Athlon-Systemen wuchs der Wunsch nach etwas flotterem. Ich entschied mich für das Neueste vom Neuen: ein Intel Core2Duo mußte ins Haus. Bei unserem Haus- und Hoflieferanten gab es dann auch einen leistungsfähigen Rechner mit einem aktuellen Motherboard von Intel: ein DQ965GF. Dazu gab's eine Serial-ATA-Platte und einen DVD-Brenner.

Mit dem "modern" ging es dann aber los: die aktuelle Debian 4.0 (Etch) Boot-CD wollte das CD-Laufwerk nicht erkennen, denn der Marvell 88SE6101-Chipsatz, der die PATA-Laufwerke einbindet, ist bis zum Kernel 2.6.20 nicht richtig bekannt. Die Debian-Etch-Boot-CD benutzt den Kernel 2.6.17 und ist demzufolge ein wenig hinterher. Was also tun, wenn man keine Möglichkeit hat, eine SATA anderweitig vorzubereiten?

Letztlich hat folgendes funktioniert:

  1. im BIOS zunächst AHCI einschalten - obwohl angeblich nur WinVista das unterstützt
  2. bei der Bootreihenfolge sollte natürlich das CD-Laufwerk vor irgendwelchen Platten liegen
  3. Auf eine normale PATA-Platte die 2.6.18. Distribution aufspielen und die Platte in den Rechner hängen. (oder gleich eine gepatchte 2.6.19 oder 2.6.20 - unten mehr dazu)
  4. Jetzt mit der Koppicilin-CD (ich glaube es ist die Version 5) aus der c't 21/2006 booten:
    2 all-generic-ide
    2 wählt eine minimale Oberfläche aus, und "all-generic-ide" bewirkt, daß die Laufwerke im generischen Modus angesprochen werden, denn auch die Knoppix-CD kennt den Marvell-Chip nicht - hat aber den generic-Treiber in den Kernel einkompiliert und muß ihn nicht als Modul nachladen.
  5. Knoppix fährt nun hoch und erkennt sowohl die angehängte PATA als auch die eingebaute SATA-Platte.
  6. in einer Konsole in den Root-Modus wechseln und mittels cfdisk die SATA partitionieren (1.Partition Linux bootbar, am Ende Swapbereich hier 2G)
  7. mit mkfs.ext3 /dev/sda1 Dateisystem auf SATA anlegen
  8. die Platten mounten und alles rüberkopieren
            mnt -t ext3 /dev/hde1 /mnt/pata
            mnt -t ext3 /dev/sda1 /mnt/sata
            cp -av /mnt/pata/ /mnt/sata
            
  9. nun /etc/fstab auf /mnt/sata anpassen (erste Platte ist sda1, usw)
  10. die Grub-Bootliste anpassen
  11. den Grub-Bootloader installieren
  12. und einen Neustart ausführen.
Wenn alles geklappt hat, dann fährt das System jetzt mit der SATA-Platte hoch und hat die PATA-Platte und das CD-Laufwerk vergessen.

Das ist natürlich noch unbefriedigend - aber glücklicherweise geht das Netzwerk! Also wird der kernel upgegradet, denn der Patch, den es für den Marvell-Controller gibt, läuft erst ab 2.6.19. - das hab' ich aber erst zu spät gemerkt, sonst hätte man die Distribution schon vor dem Umbau upgraden können - siehe oben.

Frische Kernel gibt es bei www.kernel.org und ich habe mir da die kompette Source des 2.6.19.2 runtergeladen - die gut 40MB müssen leider sein - und nach /usr/src entpackt. Den Patch für den Marvell-Controller hab' ich mir bei www.linuxhq.com besorgt und per Hand eingebaut, weil ich nicht wußte, wie man DIFF richtig bedient. Aber das lernen wir auch noch.

Dann hab' ich mir bei Sourcforge angeschaut, wie man Kernel baut - ist eigentlich gar nicht so schwer:

wir machen das alles gleich als root:

# apt-get install debhelper modutils kernel-package libncurses5-dev
# cd /usr/src
# tar --bzip2 -xvf linux-2.6.19.2.tar.bz2
# cd linux-2.6.19.2
# cp /boot/config-2.6.18-686 .config
# make menuconfig
nun muß der Marvell-Treiber aktiviert werden
    -> Device drivers
        ->Serial ATA (prod) and Parallel ATA (experimental) drivers
           Marvell PATA support via legacy mode
danach sauber rausgehen und weiter gehts:
# make-kpkg clean
# make-kpkg --initrd kernel_image modules_image
# cd ..
# dpkg -i linux-image-2.6.19.2_2.6.19.2-10.00.Custom_i386.deb

Sollte die PATA-Platte weiterbetrieben werden, muß nun noch mal im BIOS-Bootmenue geguckt werden, ob die SATA immer noch an erster Stelle steht und auch die Device-map sollte überprüft werden, denn vorher stand:

hd(0)   /dev/sda        # das ist die Platte von der laut BIOS gebootet wird
hd(1)   /dev/hde        # alles andre hängt sich bitte hinten dran
aber damit es keine Konflikte gibt hab' ich das geändert:
hd(0)   /dev/sda        # das ist die Platte von der laut BIOS gebootet wird
hd(1)   /dev/sdb        # alles andre hängt sich bitte hinten dran
Außerdem hatte ich das Problem, daß das BIOS (oder Grub) die Reihenfolge trotzdem bisweilen vertauscht hat. Ich bilde mir ein, daß ein umjumpern auf CD-Laufwerk=Master, PATA-Platte=Slave das Problem gelöst hat.

Nun die Datei /boot/grub/menu.lst überprüfen. Die Emulation des Marvell-Chipsatzes läßt Linux glauben, daß wir hier eine SATA-Platte haben, die vom Kernel 2.6.19.2 als sdxx angesprochen werden, im Grub-Installer stand aber noch hdxx ein.

Bei mir sah ein korrekter (lauffähiger) Eintrag dann so aus (also hd durch sd ersetzen)

title       Debian GNU/Linux, kernel 2.6.19.2
root        (hd0,0)
kernel      /boot/vmlinuz-2.6.19.2 root=/dev/sda1 ro vga=791
initrd      /boot/initrd.img-2.6.19.2
savedefault

die /etc/grub.conf sieht so aus (alles befindet sich auf der ersten Partition der ersten Platte)

    root (hd0,0)
    install /boot/grub/stage1 d (hd0) /boot/grub/stage2 (hd0,0) /boot/grub/menu.lst
    quit

dann muß natürlich Grub neu in den Bootsektor geschrieben werden

# grub --batch --device-map=/boot/grub/device.map < /etc/grub.conf

Nun sollte auch die beiden PATA-Laufwerke funktioneren.

Ach ja, da ich auf den Zweimonitor-Betrieb nicht verzichten kann, mußte ich dann(!) die NVIDIA-Treiber einspielen. Das Einspielen lohnt sich erst, wenn der Rest einwandfrei funktioniert, denn mit jeder Kerneländerung muß auch der Treiber neue Kernelmodule erzeugen. Solltet ihr einen anderen Kernel einspielen, so deinstalliert erst den Treiber, sonst sitzt ihr ggf. vor einem schwarzen Monitor, weil ein falsch ansprochener NVIDIA-Treiber nur Mist produziert und der X-Server keine Rückfallposition kennt. Mir ist das jedenfalls einige Male passiert.

Deinstalliert wird mit

# ./NVIDIA-Linux-x86-1.0-9746-pkg1.run --uninstall
und installiert mit
# ./NVIDIA-Linux-x86-1.0-9746-pkg1.run --kernel-source-path=/usr/src/linux-2.6.19.2

So, dann sollte dem schnellen Rechnen ja nichts mehr im Wege stehen! Viel Spaß - und lieber ein bißchen mehr Zeit einplanen - ich hab 5 Kernel gebaut, bis alles richtig funktioniert hat. Und das kompilieren eines Kernels dauert so etwa eine halbe Stunde ;-)

Als nächstes werde ich versuchen die bockige VM-Ware in Betrieb zu nehmen - mit dem 2.6.18er Kernel lief sie noch!

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